Dynamic Frequency Selection

Aus Freifunk München
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Dynamic Frequency Selection (DFS) ist ein Mechanismus, der von der europäischen Regulierungsbehörde ETSI für den Betrieb von WLAN-Geräten im 5-GHz-Frequenzbereich gefordert wird. Im 2003 eingeführten 802.11h-Standard ist diese Funktion implementiert worden, so dass nun auch in Deutschland der Betrieb von 5-GHz-WLAN-Geräten möglich ist.

Für weitere Erklärungen siehe die Wikipedia zu Dynamic Frequency Selection

Problematik von DFS und Freifunk[Bearbeiten]

Freifunk kann aus rechtlichen Gründen keine Router mit 5 GHz mit einer Freifunk-Firmware anbieten. DFS ist im 5 Ghz Netz verpflichtend, damit WLANs militärische und Wetterradare nicht stören. Damit DFS als sicher implementiert angesehen wird, muss die Funktion von DFS zertifiziert werden. Diese Zertifizierung kann weder OpenWrt noch Gluon derzeit nachweisen. Eine Zertifizierung würde zudem erfordern, dass am 5Ghz-Modul in der Firmware nicht mehr entwickelt wird oder jede Änderung neu zertifiziert wird. Das schränkt die Möglichkeiten der Opensource-Entwicklung ein, da Teile Closed-source gemanaged werden müssten.

Eine Implementierung ohne Zertifizierung ist laut BNetzA nicht hinreichend.

Workarounds[Bearbeiten]

Workaround in High-Density-Deployments[Bearbeiten]

Um dennoch High-Density-Deployments mit 5Ghz- oder Dual-Band-Netzen zu betreiben (also den Verbau von Freifunk in Umgebungen mit einer besonders hohen Client-Dichte), wird oft das Client-Netz aus einem Offloader bezogen und wie ein normales Netzwerk durch die Original-Firmware des Geräteherstellers ins WLAN verteilt.

D.h., Router mit der Original-Firmware des Herstellers werden so konfiguriert, dass sie ein offenes WLAN mit ssid muenchen.freifunk.net verteilen. Hier buchen sich die Clients ein. Diese Router werden aber nicht direkt mit dem Internet verbunden sondern mit einem Freifunk-Offloader. Auf diese Weise werden zertifizierte Geräte benutzt, um mit 5 GHZ Clients zu bedienen, das Signal der Clients wird über den Offloader in die Freifunk-Infrastruktur weiter geleitet. Ein WLAN-Mesh-Netz kann durch die Router nicht verteilt werden.

Workaround für Richtfunkstrecken[Bearbeiten]

Ähnlich wie bei High-Density-Deployments muss bei Richtfunkstrecken auf die Original-Firmware der Geräte ausgewichen werden. Dabei wird allerdings i.d.R. das Mesh-Netz durch die Richtfunkstrecken weitergeleitet.

Da die Geräte dann im Mesh-Netz hängen, sind sie nicht mehr ansprechbar, es empfiehlt sich, Mesh-Netz und Client-Netz als VLANs in die Richtfunkstrecken zu speisen, um diese wieder überwachen zu können.

Weblinks[Bearbeiten]